Balken, Bretter, Bohlen - Schnittholz
Schnittholz ist ein Naturprodukt – kein Stück gleicht dem anderen. Um die Qualität besser beurteilen und im Handel eindeutig festlegen zu können, wird Schnittholz in Güteklassen eingeteilt. Diese Einteilung beschreibt die Oberflächenbeschaffenheit, Astigkeit, Wuchsfehler und Farbabweichungen des Holzes. Sie dient Tischlern und Schreinern als wichtige Orientierung bei der Auswahl des Materials – besonders für sichtbare Flächen, Möbel oder Innenausbauten.
Was ist Schnittholz?
Schnittholz entsteht durch das Einschneiden von Rundholz (Stämmen) im Sägewerk. Je nach Art des Einschnitts, Stärke und Verwendungszweck entstehen unterschiedliche Handelsformen. Diese werden im Tischlerhandwerk genau unterschieden, da sie Einfluss auf Verarbeitung, Stabilität und Optik haben.
Balken
Balken sind Hölzer, deren größte Querschnittseite 20 cm und mehr beträgt (10/20, 10/22 cm,usw).
Beschreibung: Balken sind starke, meist quadratische oder rechteckige Querschnitte.
Abmessungen: Stärke und Breite über 100 mm.
Verwendung: Tragende Bauteile im Holzbau, z. B. Deckenbalken, Pfetten, Schwellen.
Besonderheit: Meist aus Nadelholz (z. B. Fichte, Tanne), da dieses leicht und tragfähig ist.
Kantholz
Kanthölzer sind Schnitthölzer von quadratischen oder rechteckigen Querschnittseiten von min. 6 cm.
Beschreibung: Kanthölzer sind wie Balken geschnitten, aber mit kleineren Querschnitten.
Abmessungen: Zwischen 40 mm und 100 mm Stärke oder Breite.
Verwendung: Rahmen, Unterkonstruktionen, Lattenrahmen, Möbelgestelle.
Unterscheidung: Man spricht auch von Vierkantholz, wenn alle vier Seiten gesägt sind.
Bohlen
Bohlen in Dicken von 40 - 100 mm (6/4" - 4")
Beschreibung: Bohlen sind breite und starke Bretter mit einer Stärke über 40 mm.
Abmessungen: Stärke über 40 mm, Breite meist über 100 mm.
Verwendung: Treppenstufen, Tischplatten, massive Möbelteile.
Besonderheit: Können beidseitig besäumt (also kantenrein geschnitten) oder unbesäumt sein.
Bretter
Bretter in Dicken von 10 - 35 mm (1/2" - 5/4")
Beschreibung: Bretter sind dünnere Schnitthölzer mit deutlich größerer Breite als Stärke.
Abmessungen: Stärke bis 40 mm, Breite meist über 80 mm.
Verwendung: Möbelfronten, Verkleidungen, Wand- und Deckenverkleidung, Bodenbeläge.
Besonderheit: Bretter werden oft weiterverarbeitet (gehobelt, geschliffen, verleimt).
Dachlatten sind Schnitthölzer, deren Querschnittflächen nicht größer als 32 cm2 ist.
Besäumt und unbesäumt
Besäumt: Die Ränder sind gerade gesägt, die Baumkante ist entfernt.
Unbesäumt: Die Rinde oder Baumkante bleibt teilweise erhalten – typisch bei Bohlen.
Zusatz: Maßhaltigkeit
Die Abmessungen richten sich nach Sägewerksnormen (z. B. DIN 4074). Für Tischler ist die Maßhaltigkeit wichtig, da Hobelmaße von den Rohmaßen abweichen können (z. B. 26 mm Brettstärke roh → 24 mm gehobelt).
Die geschlagenen Stämme werden nach der Klassifizierung in den Sägewerken weiterverarbeitet. Je nach Art der Verwendung oder Qualität des Stammes gibt es verschiedene Möglichkeiten das Rundholz einzuschneiden. Man unterscheidet bei den Schnittarten:
Balken und Kanthölzer




Bohlen und Bretter
- Rund- oder Scharfschnitt
- Modellschnitt
- Spiegelschnitt
- Halbriftschnitt
Der Tischler liebt Bretter und Bohlen mit stehenden Jahrringen, da diese weniger arbeiten als Seitenbretter. Rahmenfriese im Möbelbau sollten aus Kern- oder Herzbretter hergestellt werden.
Merke: Seitenbretter oder Bohlen haben eine rechte und eine linke Seite. Die rechte Seite ist dem Kern zugewandt.
Die linke Seite wird auch Splintseite genannt.
Messen und Berechnen von Schnittholz
- Fläche am Schnittholz = Länge x Breite (m2)
Volumen am Schnittholz = Länge x Breite x Stärke (m3)
- Die Länge ergibt sich aus dem kürzesten Abstand zwischen den beiden Hirnholzenden.
- Die Breite wird unterteilt in:
- parallel besäumt: Gemessen an beliebiger Stelle, jedoch mindestens 150 mm vom Hirnholzende entfernt.
- konisch besäumt: Gemessen in der Mitte der Länge; auf der Seite ohne Baumkante.
- unbesäumt: Gemessen in der Mitte der Länge; bei Brettern die Linke Seite; bei Bohlen den Mittelwert der Breitenmaße beider Seiten.
- Die Dickenmessung erfolgt an beliebiger Stelle, mindestens 150 mm vom Hirnholzende.
Einteilung in Güteklassen
Das Schnittholz wird in die Güteklassen I, II, III und IV eingeteilt. Die Klasse I bedeutet beste Güte. Bei der Einteilung fließen die Breiten- und Längenabmessungen mit in die Beurteilung ein.
Weiterhin wird Berücksichtigt:
- Die Lage des Holzes im Stamm (Mittel-, Erd-, oder Zopfstück)
- Bläue
- Abholzigkeit
- Drehwuchs
- Falscher Kern
- Äste u.s.w.