Im Bereich der Furnierverwendung gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, die sich sowohl im Innenausbau als auch in der Möbelherstellung sowie in spezialisierten Industriezweigen wiederfinden. Im Folgenden werden die wesentlichen Verwendungsarten detailliert dargestellt:
Deckfurniere
Deckfurniere bilden die oberste, sichtbare Schicht eines Furnierdecks und tragen maßgeblich zur optischen Gestaltung eines Produkts bei. Sie sind in zwei Unterkategorien einzuteilen:
Außenfurniere: Diese werden bei Produkten eingesetzt, bei denen die äußere Optik von zentraler Bedeutung ist, beispielsweise bei hochwertigen Möbelstücken, Türen oder dekorativen Oberflächen in Wohn- und Geschäftsräumen.
Innenfurniere: Sie kommen bei Bereichen zum Einsatz, die zwar sichtbaren, jedoch weniger beanspruchten Flächen zugeordnet werden, wie bei Innenelementen in Schränken oder Verkleidungen, wo die optische Ansprache eine untergeordnete Rolle spielt.
Unterfurniere und Absperrfurniere
Unterfurniere sind Furniere, die unter dem Deckfurnier aufgeleimt werden. Insbesondere bei Maserfurnieren verwendet (Wurzelfurniere, Furniere aus Drehwuchs etc.), verhindern diese das reißen der Deckfurniere. Durch das Unterfurnieren wird die Güte der Plattenoberfläche verbessert. Bei Sperrholzplatten legt man Unterfurniere etwa 30o bis 45o schräg zum Absperrfurnier auf. Als Unterfurnier eignen sich besonders feinporige dünne Furniere.
Absperrfurniere sollen das Arbeiten des Holzes verhindern. Sie werden in der Regel auf die Mittellage von Stab- und Stäbchenplatten, in seltenen Fällen auf verleimte Vollholzflächen aufgeleimt. Die Dicken der Absperrfurniere liegen zwischen 1,5mm und 3,5mm. Sie sollen 10% der Plattendicke nicht überschreiten, damit Sie die Platte nicht verziehen.
Absperrfurniere werden zusätzlich eingesetzt, um die Schichtdicken zu regulieren und um Übergänge zwischen verschiedenen Furnierblättern optisch sowie strukturell harmonisch zu gestalten. Diese beiden Arten werden oft in Verbundmaterialien verwendet, bei denen mehrere Furnierschichten zusammengefügt werden, um sowohl ästhetische als auch funktionale Vorteile zu erzielen.
Furnier als dekoratives Oberflächenmaterial im Innenausbau
Furniere finden breite Anwendung im Innenausbau, da sie durch ihre natürliche Maserung und Farbgebung eine warme, authentische Atmosphäre schaffen:
Wand- und Deckenverkleidungen: Furnier wird häufig verwendet, um großflächige, dekorative Oberflächen zu gestalten. Dabei sorgt das Material nicht nur für eine ansprechende Optik, sondern auch für eine angenehme Haptik.
Bodenbeläge und Treppen: Auch im Bereich des Fußbodens sowie bei Treppenaufbauten werden Furniere als Verkleidungsmaterial eingesetzt, um natürliche Holzeffekte auf großen Flächen darzustellen.
Furnier im Möbelbau und Innenausstattungen
Im Möbelbau ist Furnier ein zentrales Element, das vor allem in hochwertigen und designorientierten Produkten Anwendung findet:
Möbeloberflächen: Von Schranktüren bis zu Tischplatten – Furniere werden als dekorative, aber auch schützende Oberflächenschichten eingesetzt. Hierbei können Furniere auch in Kombination mit anderen Materialien, wie beispielsweise Metallen oder Kunststoffen, verwendet werden, um moderne Materialmixe zu realisieren.
Intarsien und Dekorelemente: Furnier wird häufig in Intarsienarbeiten integriert, bei denen verschiedenfarbige oder -strukturierte Furniere kunstvoll in Möbelstücke oder Wandpaneele eingearbeitet werden. Dies erfordert ein hohes Maß an Präzision und gestalterischem Feingefühl.
Furnier als Verbundwerkstoffe und Laminat
Furnier dient auch als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Verbundwerkstoffen, die in der Industrie und im Bauwesen weit verbreitet sind:
Echtholzlaminate: Hierbei wird das Furnier auf Trägermaterialien wie Span- oder Faserplatten aufgebracht und anschließend mit Oberflächenbeschichtungen (z. B. Lack oder Melaminharz) versehen. Das resultierende Material kombiniert die natürliche Optik von Echtholz mit der Stabilität und Flexibilität moderner Werkstoffe.
Kaschierte Furniere: Bei dieser Technik wird das Furnier mit einer rückseitigen Beschichtung aus Vliesen oder Papieren versehen, was die Weiterverarbeitung, beispielsweise durch Biegen oder Aufbringen auf unregelmäßig geformte Untergründe, erleichtert.
Spezielle Anwendungen in weiteren Industriezweigen
Neben dem klassischen Einsatz im Innenausbau und im Möbelbau findet Furnier auch in anderen Branchen Anwendung:
Automobil- und Luftfahrtindustrie: Aufgrund seiner Leichtigkeit und der hohen Festigkeit wird Furnier in Kombination mit modernen Klebetechniken auch für dekorative und funktionale Anwendungen in der Fahrzeug- und Flugzeugindustrie verwendet.
Architektonische Fassaden: Furnier kann als dekoratives Element auch im Außenbereich eingesetzt werden, etwa als Verkleidung von Fassaden, sofern entsprechende Oberflächenbehandlungen zum Schutz vor Witterungseinflüssen erfolgen.
Zusammenfassung
Die Vielseitigkeit von Furnieren ergibt sich aus ihrer natürlichen Schönheit, der breiten Auswahl an Oberflächenstrukturen und der Möglichkeit, sie in unterschiedlichen Verarbeitungsverfahren einzusetzen. Ob als edle Deckfurniere in hochwertigen Möbeln, als dekorative Wandverkleidungen im Innenausbau oder als Bestandteil moderner Verbundwerkstoffe – Furnier bietet eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Für angehende Tischler und Auszubildende ist es daher wichtig, die unterschiedlichen Verwendungsarten zu kennen und zu verstehen, um die jeweiligen Vorzüge im praktischen Einsatz optimal nutzen zu können.